Niederschöneweide
Wir schreiben über alles, was wir in Schöneweide lieben. Über das kreative Leben, das sich überall Bahn bricht, über Randberliner Alltag und Tradition, über Zauber und Schönheit, die Coolness und Schrulligkeit – denn darüber liest man viel zu wenig.
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Neuer Indoor Spielplatz

Der Indoor Spielplatz eröffnet wieder am Mittwoch, 30.Oktober 2019. Es werden Leute gesucht, die mithelfen!

 

Nun schon den dritten Winter gibt es den Indoor Spielplatz in der Friedenskirche in Niederschöneweide. Ein guter Ort für schlechtes Wetter. Denn wenn es im Winter nasskalt und dunkel ist, wissen Eltern oft nicht wohin mit den kleinen bewegungsfreudigen Rackern.

 

Einmal in der Woche wird der kleinere Kirchenraum zum Spielplatz umgebaut und für Kinder von ca. 0-5 und ihre Eltern geöffnet. Der Indoor Spielplatz ist eine Idee von Eltern der Kita Sonnenstrahl in der Köllnischen Straße. Und die suchen weiterhin kräftig nach Unterstützern!

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Mehr als ein Fahrradladen

„Cikakobude“ in der Schnellerstraße ist Fahrradleidenschaft pur.

 

Die großen Ladenschaufenster kommen daher wie eine Galerie für Kuriosa rund ums Rad. Historische Trikos, Wettergegerbte Satteltaschen, antiquarische Bücher und Plakate. Dahinter verbirgt sich solides Handwerk – ein Fahrradladen, der mehr kann. Viel mehr.

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Gastbeitrag von MATROSENHUNDE: Über Arbeit #2

Gedanken zur Arbeit

Morgens um halb neun ist Rushour in den öffentlichen Verkehrsmitteln, so nennt man den Umstand, dass zur gleichen Zeit viele Menschen nach heimlicher Übereinkunft ihr Zuhause verlassen, um an ihren Arbeitsplatz zu fahren. Den Ort, an dem sie für viele Stunden sitzen und aus einer unlustigen ironischen Tasse Beutelfrüchtetee trinken, um anschließend wieder zur abendlichen Rushour nach Hause zu fahren, ein Zeitüberbrückungsbuch unter den Arm geklemmt.

 

 

 

Manche verlassen den Ort, an dem Tisch und Bett stehen auch antizyklisch, arbeiten nachts oder im Schichtdienst oder werden zu Notfällen gerufen.

Das nennt man dann Stand-by. Das kleine Lämpchen leuchtet, das Gerät verbraucht zuviel Strom; in Wochenmagazinen gibt es Artikel über Manager-Burnout und Herzkranzgefäßverengung bei übermäßig sitzender Tätigkeit. Abends kann man sich zum Feierabendbier versammeln. Feierabend ist keine Party, Feierabend ist nach Büroschluss. Man kann schnell noch was einkaufen, seine Kinder wiedersehen, mal zum Ausgleich ein wenig Sport treiben, ein Date haben oder Serien gucken. Oder man bleibt einfach dort, wo gearbeitet wird. Sammelt Fleißpunkte, beeindruckt den Chef, fühlt sich besser und nützlicher und wie jemand, der zu tun hat, der die Welt jeden Tag ein bisschen rettet und seine Seele dazu. Andere bleiben im Büro, wobei das meist Agentur heißt, spielen ein bisschen Tischtennis, trinken Cola aus regionalem Vertrieb und drehen ein Video, das dann ins Internet gestellt wird, wo alle sehen können, dass es super ist auf Arbeit, es macht Spaß und Kreativsein kennt keinen Stundenplan. Die Kollegen möchte man am liebsten heiraten, man schenkt ihnen seltene Süßigkeiten und betont, dass die Grenzen fließend sind, dass man seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, Feierabend gibts da nicht, ist für Anfänger und Gartenzwergliebhaber.

 

 

 

Manche, die sieht man überhaupt nicht bei der Arbeit, das heißt dann »unter Tage« oder Hartz 4.

Nicht bei der Arbeit gesehen zu werden kann sehr gefährlich sein. Daher empfiehlt es sich, zumindest immer so zu tun, als ob man arbeiten würde. In Kurzgeschichten, die im Deutschunterricht gelesen werden gibt es dann diesen Familienvater, der täglich morgens das Haus verlässt, nichts in seiner Aktentasche als einen alten Zeitungsartikel, einen Apfel und ein Butterbrot. Der geht dann ins Museum, um das Gefühl von Information und Zeitbegrenztheit zu erleben, das er hatte, wenn er früher Aktennotzien vermerkte und um 18h den Rechner ausmachte. Jetzt wartet er, bis eine freundliche Ansage die Museumsbesucher zum Gehen auffordert, nicht ohne ihnen zu versichern, dass es schön war mit ihnen und sie gerne wiederkommen dürfen. Das macht der Mann aus der Kurzgeschichte dann auch, am nächsten Tag. Er schämt sich, er fühlt sich entmannt und seiner Familie unwürdig, ein Versager. Um nicht ständig daran erinnert zu werden vertieft er sich in die Keilschrift der Etrusker und studiert Baupläne des Otto-Motors. Seine Kinder finden es super, dass er soviel weiß.

 

 

Wenn man noch sehr jung ist, dann kann man viel ausprobieren.

Das soll man auch, damit man rechtzeitig herausfindet, was man denn so will, eigentlich. Denn um das Eigentliche geht es ja immer. »Mal so« geht eine Weile, aber dann muss man sich schon festlegen. Das Leben ist kein Ponyhof und kein Wunschkonzert und wer nicht früh gelernt hat, sich selbst zu definieren, ist ein Lebenskünstler. Und Künstler, die sind einem ja doch ein bisschen suspekt. Wer nichts wird, wird Wirt, sagen die Leute. Digitale Bohème, rufen die anderen und beklatschen die neue Selbstständigkeit und die Freiheit der Kreativität. Rumsitzen und Denken ist keine Arbeit, munkelt manch protestantisch erzogener Bürger. Mach dich nützlich. Ist man jung, hat man noch Schonzeit, Welpenschutz. Aber nicht ewig, da muss ja mal was vorangehen. Wo ist Vorne? Alles kann, nichts muss. Wie geht arbeiten? Ist das Putzen der eigenen Wohung Freizeitmühsal?

Blumen wollen wir nicht, sagen die Philister dem fidelspielenden Taugenichts, keine Blumen, keine Vagabunden, mach mal was Richtiges und von Blumen wird keiner satt.

 

 

Man kann auch mal einen Fehler machen, es ist wichtig, dass du das findest, was zu dir passt.

Aber bitteschön rechtzeitig, sobald die kindliche Naivität aus deinem Blick verschwindet, gerätst du in Generalverdacht, wenn du noch immer keinen Plan hast. Berufsjugendlich heißt das. Zur Jugend berufen? Oder von Beruf jugendlich?

Sei kein Schmarotzer. Trag was bei. Gib von dir! Was hat Geld mit meinem Tun gemein? Man kann seinen Körper spenden, nach seinem Ableben, oder auch schon vorher, Nieren kann man spenden oder Blut, Samen oder Eizellen, auch Haut und Haare. Man kann seinen Körper verkaufen, das heißt meistens Sexarbeit, im Gegensatz zur Sexfreizeit.

 

 

Was willst du mit deinem Leben machen? Willst du es verkaufen, verschenken, beenden?

Willst du sinnvolle Dinge tun, Nützlichkeiten produzieren? Viel mit Werkzeugen hantieren, dabei täglich den evolutionären Fortschritt bewundern, die Winkelhaltung des Daumens an der menschlichen Hand? Du musst dich entscheiden, festlegen, töte die Möglichkeiten und widme dich. Sei ambitioniert. Habe Ziele und Träume. Sei kein Langschläfer und Däumchendreher. Nicht genügsam. Nicht zu ehrgeizig, es wirkt verbissen, es soll ja nicht verbissen wirken sondern kraftvoll. Powerful. Du musst es nur wirklich wollen.

Im klugen Kino werden ausgesuchte Retrospektiven gezeigt, man spricht von »Werkschau«. Man kann also jemandes Werk besehen, drehen und wenden und begutachten.

 

 

Ein international bekannter Maler verkauft eine Arbeit und erhält einen sechsstelligen Betrag dafür.

Er verkauft ein Produkt, eine Ware, sie heißt nicht Werk, sondern Arbeit. Vielleicht hat er ein Stückchen Arbeitskraft und Zeit und Blut darin versteckt, die Seele des Prozesses mitverkauft? Die Arbeit, die soll auf keinen Fall nützlich sein. Sie ist frei. Sie ist Kunst. Kunstarbeit. Nicht zu verwechseln mit Kunsthandwerk. Das sind nicht ernst gemeinte Dekorationsgegenstände auf Jahrmärkten oder blaulasierte Tonschalen, von Gattinnen in der Toskana gefertigt. Das hat keine Bedeutung. Es ist ein Hobby. Wie das Heimwerken und die Spielzeugeisenbahn. Das Hobby ist im Keller, das braucht keine Fans.

Heute trage ich die kurze Hose, sagt der Arbeitslose. Heute hab ich Urlaub.

 

 

 

 

Lese-Empfehlung

»Der Dienst« von Angela Krauß, Suhrkamp 2016:

»Ich sehe in eine Flucht von Industrieschornsteinen und Kabelmasten hinein; sie stehen so dicht, das Netz aus Leitungen zwischen ihnen ist straff gespannt, an nebligen Tagen ist es kaum zu erkennen. Dann dehnt sich draußen eine riesige Fläche, ein immer blasser werdender Gestängewald bis ins Unendliche.
Wer weiß, wie lange ich schon hier bin?«

Gastbeitrag von MATROSENHUNDE: Über Arbeit #1

Schöneweide ist ein altes Arbeiterviertel, Fine Heininger die Zeichnerin von Matrosenhunde ist – wie ihr seit dem Interview wisst – hier aufgewachsen.

Nach Wiedervereinigung und Währungsunion konnten sich viele Betriebe nicht mehr halten und das Viertel war jahrelang von den Schließungen, Massenentlassungen und Privatisierungen geprägt. Heute wachsen am traditionsreichen Industriestandort neue Formen der digitalen und manuellen Arbeit.

Matrosenhunde denken an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen über neue und alte Arbeit nach. Heute eröffnen wir die Reihe »Über Arbeit« mit Vorüberlegungen, Abwägungen und einer Lese-Empfehlung:

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NS-Zwangsarbeit Dokumentations-Zentrum

Ein einmaliger Erinnerungsort hier in unserem Kiez.

 

Trotzdem scheint das NS Zwangsarbeiter Dokumentationszentrum kaum jemand in der Nachbarschaft zu kennen. Wir waren dort und haben Fragen gestellt.

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TGURD #5 Tue Gutes und rede darüber

Dem Müll die Stirn bieten.

Ein Gastbeitrag von Mandy Geddert

 

Es regnet an diesem Donnerstag. Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir dem Müll am S-Bahnhof Schöneweide den Kampf ansagen wollen. Am Tag zuvor schien die Sonne noch ihre wärmsten herbstlichen Strahlen. Für den Tag danach reichten sie jedoch nicht mehr.

Wer wären wir aber, wenn wir uns davon beeindrucken ließen?

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Kindertheater – ein Ausflug ins RATZ FATZ

Sonntag Morgen.

 

Nein! Sechs Uhr ist nicht die Zeit, zu der ich heute üblicherweise aufstehen würde. Mein Kind schon. Erschwerend hinzukommend: zwischen Schlaf und Wachheit des Kindes vergeht nur eine Millisekunde.  Es ist auch kein sanftes Gleiten zwischen diesen beiden Zuständen. Vielmehr geht es von Null (Kind schläft) zu Wach (Kind schreit „Aufstehen, Mama, Aufstehen“).

Ihr kennt das und es hilft ja alles nichts. Aus dem Bett quälen ist angesagt – und während das Kind das Müsli futtert und ich die 3. Tasse Kaffee trinke fällt mein Blick auf das Programm vom RATZ FATZ.  Kindertheater. Heute. Gleich. Na ja fast: um 10 Uhr.

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Bunt statt Braun

Dieser Artikel ist unser Statement nach den Ereignissen in Chemnitz.

 

#wirsindmehr – Und deshalb haben wir mit dem bezirklichen  Zentrum für Demokratie (ZfD) in Niederschöneweide ein Interview geführt. Das ZfD, das gegenüber der S-Bahn Schöneweide sitzt, exisiert bereits seit 2004. Es bietet politische Bildungsarbeit an und unterstützt zivilgesellschaftliche Akteur_innen in ihrem Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Bezirk Treptow-Köpenick.

Genau die richtige Stelle also, um Antwort auf unsere Fassungslosigkeit und die Frage zu erhalten, was man konkret gegen rechts tun kann. So gibt es zum Beispiel seit September die Aktion: Bunt statt Braun. Mehr dazu im Interview, in dem wir natürlich fragen, ob die braunen Zeiten in Schöneweide wirklich vorüber sind.  Die Antworten nach dem Klick. READ MORE

Bio Eis aus Johannistal

Nur 5 Fahrradminuten vom S-Bahnhof Schöneweide entfernt gibt es leckerstes Bio Eis. Und einen kleinen feinen Bioladen. Packt die Jutebeutel ein!

Viele Leute in Schöneweide wünschen sich einen Bioladen. Bei einem kurzen Blick über die Kiezgrenze wird man fündig und kann sich auch noch mit einem großartigen Eis für den Einkauf belohnen.

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Funa Sushi

Wir haben einen Gewinner. Hier in Schönweide. „Funa Sushi“ in der Brückenstraße 27 ist laut Umfrage von Lieferheld vom Februar 2018 der beste Lieferservice in ganz Deutschland. GANZ DEUTSCHLAND! Und das hier bei uns!

Das mussten wir unbedingt testen und haben im letzten halben Jahr immer mal wieder bestellt.

 

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