Mehr als ein Fahrradladen
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Mehr als ein Fahrradladen

„Cikakobude“ in der Schnellerstraße ist Fahrradleidenschaft pur.

 

Die großen Ladenschaufenster kommen daher wie eine Galerie für Kuriosa rund ums Rad. Historische Trikos, Wettergegerbte Satteltaschen, antiquarische Bücher und Plakate. Dahinter verbirgt sich solides Handwerk – ein Fahrradladen, der mehr kann. Viel mehr.

Vor einem Jahr im Frühling machte mein Fahrrad die Biege und in meiner Nachbarschaft ein neuer Fahrradladen auf. „Laden“ ist hierbei eine echte Untertreibung. Denn Cikagobude (ein Wortspiel aus dem Musikgeschmack das Inhabers, der Schrauber- und Bastler-Bude und seinem Nachnahmen: Robert Bode) ist eine Galerie, eine Wunderkammer, eine Fundgrube.

Ein Mobile aus alten Fahrradteilen dengelt von der Decke.

Daneben ein Kronenleuchter aus einer alten Fahrradfelge, Bilderrahmen mit historischen Fahrradfotografien in jedem Winkel, der aus Upcycling Holz gezimmerte Tresen erinnert mehr an ein DJ Pult als an einen Verkaufstisch und in Vitrinen stehen tausend Dinge wie antike mini Rennradler Figuren oder ein altes Opinel, das aussieht, als hätte es schon beim Tour de France Etappen Stopp 1955 Fromage und Baguette geschnitten. Und natürlich hängen Fahrräder aller Form und Couleur von Decke und Wänden.

Seine großen und auffälligen Schaufenster seien Fluch und Segen zugleich, erklärt mir Robert. Denn er fällt auf in der Schnellerstraße und kann sich vor Reperaturanfragen nicht retten. Gerade jetzt im Frühling, wo jeder sich wieder in den Sattel schwingen will.

Gut fürs Geschäft. Schlecht für die Liebe.

Die Liebe zu exzellenten selbstgebauten Fahrrädern aus historischen Einzelkomponenten. Denn dafür schlägt Roberts Herz. Auch wenn er im Alltagsgeschäft weniger dazu kommt. Du hast ein schrottreifes altes Fahrrad, aber der Stahlrahmen ist so schön, dass du ihn am liebsten in neuem Glanz erstrahlen sehen und den Berlin Tweed Ride damit rocken würdest? Dann ist Robert dein Mann. Mit Knowhow und Emphase gepaart mit echt Berliner Stoffeligkeit wird er dir ein ein Unikat zaubern, dass dir die Ohren klingeln. Den Rahmen neu gespritzt, historische oder neue Räder, Sattel, Lenker und und und  – genau nach deinen Wünschen zusammengestellt. Ob Oldtimer, Rennrad oder Moutnainbike, Robert kann alles und bietet alles an. Was er wie alle Profis und Perfektionisten nicht mag: Pfusch. Wenn Kunden zu ihm mit einem kaputten Baumarktrad kommen, das „schon beim Kauf nicht wirklich funktioniert hat“, dann geht ihm das fast gegen die Handwerkerehre.

Mein Rad läuft jedenfalls seit einem Jahr wie ein geölter Blitz, obwohl es nur ein ganz unspektakuläres aber ungemein praktisches und bequemes Stadtrad ist. Eigentlich schade, denn in Robert Budes Fahrradmuseum würde ich mich gern viel öfter aufhalten.

Alle Infos zur Cikagobude findet ihr unter www.cikagobude.com

Cicakogude  – Material rund ums Rad

Schnellerstr. 99, 12439 Berlin

Geöffnet, Di, Mi, Do 14-19, Fr. 11-16h

– Text und Fotos von Meri –


							
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