Megaschoeneweide | Sabrina Kratz
Wer sind eigentlich diese Künstler, die in den Ateliers und Werkstätten in Schöneweide arbeiten und die scheinbar immer als Erstes thematisiert werden, wenn über Schöneweide in den Medien gesprochen wird. Interessiert es die Bewohner von Schöneweide überhaupt was in den vielen Ateliers passiert oder nur einen kleinen Teil? Interessiert es Euch? Wir glauben schon und denken, es bräuchte vielleicht nur einen kleinen Einblick in die Ateliers, über das was da entsteht und wie es entsteht. Daher haben wir die Rubrik Künstler ins Leben gerufen.
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Sabrina Kratz

Wer sind eigentlich diese Künstler die in den Ateliers und Werkstätten in Schöneweide arbeiten

Die die scheinbar immer als Erstes thematisiert werden, wenn über Schöneweide in den Medien gesprochen wird. Interessiert es die Bewohner von Schöneweide überhaupt was in den vielen Ateliers passiert oder nur einen kleinen Teil?  Interessiert es Euch? Wir glauben schon und denken, es bräuchte vielleicht nur einen kleinen Einblick in die Ateliers, über das was da entsteht und wie es entsteht. Daher haben wir die Rubrik Künstler ins Leben gerufen.

Nicht nur wir – auch bei den „OPEN STUDIOS“ u.a. zu Kunst am Spreeknie zeigen die Künstler ihre Werkstätten und ihre Kunst. Aber nicht nur dann – an diesem Sonntag, den 27.11.2016 (11 bis 18 Uhr) öffnen sich die XTRO Ateliers und 28 Künstler gewähren Einlass. So könnt ihr Euch einen Einblick in ihre Arbeiten zu verschaffen. Unter ihnen auch Sabrina Kratz, die ich Euch hier vorstellen möchten

 

Sabrina Kratz. Ihr Bild „verwirrte Verwicklungen“ hing letztes Jahr in der Zentralstation von Kunst am Spreeknie (2015). Es hing und ich stand einfach ganz lange vor der Frau mit dem bunten Tuch, nur um nach einer Tour durch die Räumlichkeiten wieder zurück zu ihr zu kommen. 

Warum hat mich dieses Bild damals so gefesselt – wie kein anderes?  Ganz ehrlich, ich weiß nicht wann Kunst gut ist oder maße mir an das zu wissen. Soll Kunst schön sein, eine Botschaft haben oder aufwühlen, oder alles zusammen, oder ist es nur viel TamTam und eine riesige Blase? Ich weiß es nicht. In meinem Beruf geht es um Zahlen, da ist keinerlei Verbindung zur Kunst. Noch nicht mal auf den Fluren. Es ist also nur mein individueller Geschmack, also der Moment, wenn das Bild etwas mit mir macht, der entscheidet. Dann ist es gut – für mich.

{Das Gemälde ist inzwischen schon verkauft, daher gibt es das ausgestelte Bild aus der Zentralstation an dieser Stelle nur noch als Foto auf Papier.}

Zunächst einmal ganz nüchtern: Ich liebe die Farben, das Knallige, das Frische, Leichte. Mir gefällt die Präsenz. Aber damit ein Bild etwas mit einem macht, muss es eine Wechselwirkung geben zwischen Bild und Betrachter. Es ist also meine Geschichte und das was ich aufgrund dieser in dem Bild sehe. 

Und was sehe ich? Die Frau mit dem Tuch ist stark, sie strahlt Selbstbewußtsein aus. Sie hat das Tuch schon viele Male so auf ihrem Kopf drapiert. Mir scheint, sie weiß was sie will und  kennt den Weg dorthin. Meine These: Nur selbstbewußte Frauen tragen auffällige Kleidung. Denn wer sich bunt kleidet, wird oft angeschaut. Im Gutem aber manchmal auch im Schlechten. Dieser schiefe Mund, die schmalen Augen, der einem zeigt: Warum willst Du so auffallen? Ich bin aufgefallen, in meinem kleinen Dorf an Rande von Deutschland: Gerne natürlich, bewusst; und manchmal um zu trotzen. Jetzt erst recht Die Kleidung war mein Weg, die Röcke etwas zu kurz, die Klamotten aus der Zeit gefallen und möglichst immer etwas aus dem Hippieschrank meiner Mama. Gegen das immer Gleiche. Gegen das nicht Auffallen wollen aus der Masse. 

Die Künstlerin, die 2011 den Abschluss ihres Studiums der Malerei an der Akademie für Malerei bei Ute Wöllmann und Andreas Amrhein absolviert hat, hat dem Tuch und seinem Faltenwurf eine Serie gewidmet, wir haben sie in Ihrem Atelier besucht und noch mehr wunderschöne Bilder zu sehen bekommen. Ich habe gelesen, dass es in ihren Bildern nicht um das Model geht. Der Stoff ist der Mittelpunkt. In aufwendigster Arbeit: 20 Schichten und mehr sind notwendig um die Tücher so beschwingt und lebendig werden zu lassen. 60 Stunden sitzt sie mindestens an einem Bild. In ihren Werken erkennt man natürlich auch ihre Liebe zur Mode. Auch die aktuelle Serie ist dem Faltenwurf gewidmet, hier wird das Model immer mehr verblassen und das Tuch noch mehr Raum gewinnen. 
Sie selbst gibt zu bedenken, dass ihre Kunst für manche an der Grenze zur Gefälligkeit erscheinen könnte,  dekorativ. Ja, vielleicht, aber auch ja, und? Denn ihre Werke geben Kraft. Inspirieren, selbstbewusst zu sein. Auch an Tagen, an denen man sich nicht so fühlt. Denn: „Mode ist nichts, was nur in Kleidung existiert. Mode ist in der Luft, auf der Straße, Mode hat etwas mit Ideen zu tun, mit der Art wie wir leben, mit dem was passiert.“ (Coco Chanel)

 
 
Xtro Ateliers, 1. OG
Wilhelminenhofstraße 83
12459 Berlin
info@sabrina-kratz.de

OPEN STUDIOS: 1. ADVENT  – schaut Euch ihr Atelier und die der anderen Künstler einfach mal an. Danach ein Kaffee – zum Beispiel in der Kranbar und über die Eindrücke philosophieren.

 – Fotos und Text: Leo –
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