Mit dem Saunafloß auf dem Müggelsee
Winterzeit – Saunazeit. Mit dem Finnfloat kann man sich ein Stück schwimmendes Finnland auf dem Müggelsee mieten. Slow down, everyone! Im Sommer des sich verabschiedenden Jahres 2018 war ich ganze 3 Monate nicht in Megaschöneweide. Ich war im Land der tausend Seen. Eine Hütte im Wald und eine Sauna am Fluss, sonst nichts. Wie das kam, ist eine lange Geschichte. Eine Liebesgeschichte. Dass es wunderbar war, ist unbestritten. Die Kehrseite von so viel Natur und Familienzeit: Ich habe mir die Stadt etwas abgewöhnt. Seit wir zurück in Berlin sind, ist mir Ruhe und Einsamkeit plötzlich ein Grundbedürfnis. Und so schwer sind sie zu finden, selbst in unserem entspannten Stadtteil.
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Mit dem Saunafloß auf dem Müggelsee

Winterzeit – Saunazeit.

 

Mit dem Finnfloat kann man sich ein Stück schwimmendes Finnland auf dem Müggelsee mieten. Slow down, everyone!

Im Sommer des sich gerade verabschiedeten Jahres 2018 war ich ganze 3 Monate nicht in Megaschöneweide. Ich war im Land der tausend Seen. Eine Hütte im Wald und eine Sauna am Fluss, sonst nichts. Wie das kam, ist eine lange Geschichte. Eine Liebesgeschichte. Dass es wunderbar war, ist unbestritten. Die Kehrseite von so viel Natur und Familienzeit: Ich habe mir die Stadt etwas abgewöhnt. Seit wir zurück in Berlin sind, ist mir Ruhe und Einsamkeit plötzlich ein Grundbedürfnis. Und so schwer sind sie zu finden, selbst in unserem entspannten Stadtteil.

Daher machen wir uns an einem nebligen Wintersonntagmorgen auf den Weg zum „Finnfloat“, dem Saunafloß an der Spree. An der Anlegestelle an einem Bootsclub an der Müggelspree begrüßen uns Rebecca und Sami, eine Deutsche und ein Halbfinne. Auch sie verbringen viel Zeit nördlich des Polarkreises, wo die Winter lang sind und das Saunen zur Kultur gehört, wie der Weihnachtsmann und die Rentiere. Von dort stammt auch die Idee mit dem Floß. Wenn man in der City schon Rentiere und sternklare Nächte entbehren muss, dann doch bitte nicht den Saunagang am See!

Der Rohbau des Floßes wurde in Schweden gefertigt. Die gesammte liebevolle Inneneinrichtung, vom Saunathermometer mit den Mumins darauf bis zum Kleiderhaken aus Birkenstämmen stammt jedoch aus Finnland. Für mich ist das der erste wieder-zuhause-Moment. Denn ein bisschen zuhause ist Finnland auch für mich inzwischen geworden. Rebecca erklärt uns Floß und Sauna, und dann tuckert Sami mit uns raus zum Müggelsee. Mit dem Elektromotor schleichen wir leise an eine Stelle jenseits der Boootsfahrrinne und der Fährstrecken und werfen Anker. Sami steigt in sein Kajak, wünscht uns gute Erholung und paddelt zurück zum Ufer.

Kein Boot, kein Mensch ist unterwegs. Nur Kormorane und Möwen fliegen vorbei. Und das ist der zweite zuhause-Moment: Die Stille.

 

Drinnen im Floß knistert das Saunafeuer. Es gibt Liegestühle mit Rentierfellen, finnische Schokolade, Bücher über Sauna Yoga und die Mumins, und natürlich auch passende Musik. Aus einer Playlist, die wiederum von Him bis Mumin-Hörbüchern reicht, suchen wir uns klassische finnsiche Tangos aus. Es knistert nun auch aus den Lautsprechern und die finnische Tango Ikone Reijo Taipale singt von „Satumaa“, dem Land seiner Sehnsucht jenseits des Meeres, wo seine Liebste auf in wartet, ersehnt und unerreicht. Mehr Schmelz und Schwermut geht nicht.

Die Sauna ist inzwischen heiß. Wir legen uns auf die Saunabänke, denn hier ist eigentlich Platz für 8 Leute, schauen aus den riesigen Panoramafenstern auf die Müggelberge im Nebel. Und atmen aus.


In Finnland gibt es keine Saunaregeln. Man bleibt so lange, so heiß und so oft wie man lustig ist. Hauptsache es tut gut. Nur zwischen den Saunagängen muss man unbedingt ins Wasser, Fluss, See, Eisloch, egal. Und so steige ich auch ohne zu überlegen die Bootsleiter hinunter in den Müggelsee. Zehn Schwimmzüge und wieder raus. Vorhin am Ufer hatte ich mir noch geschworen, dass ich auf keinen Fall in dieser Kälte ins Wasser gehen würde. Hier auf dem Saunafloß ist es plötzlich ganz selbstverständlich.

Nach der Sauna schnappe ich mir eine Tasse mit heißem Tee und steige aufs Oberdeck. Im Sommer kann man hier sogar übernachten. Heute fühle ich mich auf dieser Kanzel über dem stillen nebligen See weit weg von allem was Alltag und Stress ist. Und ich bin mittendrin. In „Satumaa“.

Alle Infos zum Finnfloat findet ihr unter finnfloat.de

 

 

– Text von Meri , Fotos von Meri und Finnfloat, Illustrationen von Fine Heininger | Matrosenhunde

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